E l m s t e i n 20.06.2009  

Freiwillige Feuerwehr Verbandsgemeinde Lambrecht (Pfalz)

 
Einsatzübung


Ein Schreckensszenario, wie man es sich selbst kaum ausdenken kann, hatte sich Philipp Fuchs von der Freiwilligen Feuerwehr Elmstein zum Inhalt seiner Alarmübung ausgedacht, an der über 80 Helfer aus allen Kategorien beteiligt waren. Feuerwehren, Notarzt, DRK, Rettungshundestaffel, Notfallseelsorger, Kriseninterventionsteam, alles war gefordert, die „Katastrophe“ zu Gunsten der Opfer zu meistern.

Die sechsjährige Celine Haag hatte „professionell“ den ersten Notruf an die Berufsfeuerwehr Ludwigshafen abgesetzt, nach Ausrücken der einheimischen Wehr fand diese die ehemalige Grundschule total verqualmt vor, in der sich wegen einem Lesetag noch 25 Kinder befanden. Nach Erkennen der Lage wurde sofort die Schnelleinsatzgruppe des DRK aus dem Landkreis sowie vom Ortsverein Lambrecht alarmiert, ebenso die Feuerwehren aus Iggelbach, Esthal und Neidenfels, das Kriseninterventionsteam und auch die Notfallseelsorge zur Einsatzstelle beordert.

  

Die Priorität galt der Menschenrettung, zahlreiche Einsatzkräfte der Feuerwehren drangen unter schwerem Atemschutz in das Gebäude vor. Zur Rettung der 18 Kinder und der drei Erzieherinnen konnte neben dem Treppenhaus die neu errichtete Brandschutztreppe genutzt werden. Während die Feuerwehrkräfte nach weiteren Verschollenen suchten, musste der Ltd. Notarzt Dirk Ehrler mit seinem Team die Kinder mit sog. Patientenkarten registrieren, verarzten und betreuen. Das Kriseninterventionsteam unter Leitung von Monika Demir sowie die Notfallseelsorger Eberhard Dittus und Roland Gemming versuchten die eingeschüchterten und verängstigten Kinder zu beruhigen. Nach weiterem Bergen von vier schwerstverletzten Personen wurde mit den Löscharbeiten begonnen bis zu dem Zeitpunkt, da bekannt wurde, dass weitere Personen vermisst waren, worauf sich die Einsatzleitung entschloss, die Rettungshundestaffel Elmstein zu alarmieren, zumal zwei Jugendliche in Panik in den nahen Wald gerannt waren.

Mit ungewohnten Aktivitäten wurden die Wehrmänner überrascht, weil die inzwischen herbeigeeilten Eltern ohne Atemschutz in das verqualmte Gebäude eindrangen, um nach ihren Kindern zu suchen. Mit gefundenen Kleidungsstücken bediente man die Rettungshundestaffel unter Leitung von Karl-Heinz Schön, womit der „Maintrailer“ der Staffel zum Einsatz kam. Der so ausgebildete Hund hat einen überdurchschnittlichen Spürsinn, von dem es in Rheinland-Pfalz derzeit nur drei Tiere gibt, so dass zur Suche keine Feuerwehrmänner abgestellt werden musste. – Schließlich ging alles gut aus, beim anschließenden gemütlichen Zusammensein gab es genügend Gesprächsstoff, solche Übungen öfters abzuhalten, denn nur wer gut ausgebildet ist, kann sich zukünftigen Katastrophen stellen, war das einmütige Resumee aller Teilnehmer.       

 

von Bruno Koppenhöfer
Fotos: Holger Knecht
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