E l m s t e i n 03.03.2010  

Pfälzerwald-Verein OG Elmstein
Seniorenwanderung zu einem
Ehrenmal von Albert Leo Schlageter


Links im Bild die Wandergruppe, rechts das Denkmal. Es sind auch scheinbar frisch hingelegte Blumen zu sehen.

Etwas zögerlich nahmen die Organisatioren die Seniorenwanderung der Ortsgruppe des PWV Elmstein für Anfang März 2010 in Angriff. Nach der außergewöhnlich langen und schneereichen Winterszeit und dem Sonntag mit dem plötzlich gegen Mittag aufkommenden Orkan „Xynthia“ war man auf alle witterungsmäßigen Änderungen vorgespannt, aber nichts besonderes ereignete sich an diesem Tag.. Es wurde ein zwar kalter aber sonniger idealer Wandertag. Die Wetterlage an dem Mittwoch war geeignet diese Wanderung in den Wald, auf einem durch windgerüttelte Bäume ungefährdeten Weg vorzunehmen.

Parkplatz Forsthaus Breitenstein war als Treffpunkt zum Abmarsch bestimmt. Auf der südlichen Seite des Speyerbachtals wanderten die Senioren den Harzkopf (Bezeichnung „Schutzenberg“ in Elmstein geläufig) im Kirrweiler Wald hinan. Die Wandergruppe hatte ca. 150 m Höhenunterschied zu überwinden um das gesteckte Ziel, das„Schlageter-Denkmal“, das da oben errichtet ist, zu erreichen.

Hier auf einem Vorplateau des Berges, der steil ins Speyerbachtal und Helmbachtal abfällt, haben „Sympathisanten“ in der Frühzeit des „Nazionalsozialismus in Deutschland“ diesen Gedenkstein an den 1894 in Schönau im Schwarzwald geborenen und 1923 auf der Golzheimer Heide bei Düsseldorf hingerichteten Freikorpskämpfer aus der Weimarer Zeit, Albert Leo Schlageter erstellt. Da dieser Weg im Kirrweiler Wald keine markierte Wandertrasse ist, hatten die älteren Teilnehmer der Wanderung in ihrer Jugend schon von der „Stele“ gehört aber man war bis auf Ausnahmen nicht an dem Standort vorbeigekommen. Den jüngeren Teilnehmern der Tour war die hier verewigte Person ein Rätsel.

In kurzen Ausführungen wurde über die Person Albert Leo Schlageter informiert. Schlageter wollte nach seiner Schulzeit eigentlich kath. Theologe werden, ließ sich aber bei Ausbruch des 1. Weltkrieges 1914 als Soldat anwerben. Er kämpfte in Flandern, an der Somme und bei Verdun und war bei Kriegsende 1918 Leutnant und wurde für besondere Tapferkeit mit dem Eisernen Kreuz 1.Klasse ausgezeichnet. 1919 nahm er ein volkswirtschaftliches Studium auf, trat aber kurz darauf in das Freikorps „Medem“. Teilnahme an Kämpfen im Baltikum. 1920 ist er an der Zerschlagung des linken „Märzaufstandes“ beteiligt. 1921 schließt er sich dem Freikorps Hauenstein an und beteiligte sich an Kämpfen gegen polnische Freischärler. Im Januar 1923 nimmt er am ersten Parteitag der NSDAP in München teil.

Im März 1923 leitet er bei der Ruhrbesetzung durch Franzosen und Belgier einen Stoßtrupp für Sabotageakte, dabei wird er verhaftet und von einem französischen Militärgericht zum Tode verurteilt und am 26. Mai 1923 hingerichtet.

Die „nazionalsozialistische Bewegung“ nimmt Schlageter als einen ihrer Märtyrer in ihren Reihen in Anspruch. Im Zuge dieser Verehrung wurden an über 20 Stellen in Deutschland Schlageter-Denkmale errichtet. Unter anderem entstand so auch das „Ehrenmal auf dem Schutzenberg“ über Helmbach. Es wurde den Jahreszahlen 1923-1933 auf dem Denkmal nach zu urteilen, zum 10. Todestag des „Märtyrers“ errichtet. Ein Rätsel bleibt der doch etwas verborgene Standort dieses Relikts der jüngeren Geschichte. Vielleicht blieb es dadurch bei den „Abrechnungen“ nach Kriegsende des 2. Weltkriegs erhalten.

Die beeindruckte Wandergruppe traf sich nach der Tour ins Tal zurück zum gemütlichen Abschluss in dem gastlichen Holzanbau am ehemaligen Forsthaus Breitenstein.

von Fridolin Heintz