F r a n k e n s t e i n  16.12.2007  

Allgemeiner Sportverein Frankenstein
Auf der Suche nach der Vernunft
Aufführung Musical Tabaluga bei der vorweihnachtlichen Feier des ASV

weitere Bilder

Ein kleiner Drache will seinen Weg gehen. Er sucht das Erwachsen sein und die Vernunft. Geholfen haben ihm dabei 56 Kinder aus Frankenstein und Weidenthal in der Aufführung des Kindermusicals "Tabaluga" unter der Leitung von Anja Gerstheimer. Das Musical mit Texten und Melodien von Peter Maffay und Rolf Zuckowsky wurde bei der vorweihnachtlichen Feier des Allgemeinen Sportvereins Frankenstein am Sonntagnachmittag aufgeführt. Unterstützt wurden die Akteure von einem 15-köpfigem Chor unter der Leitung von Stephan Hassert.

Nach der offiziellen Begrüßung durch den Vorsitzenden Herbert Nabinger wurde der Vorhang zur Aufführung geöffnet und die Zuschauer aufgefordert, sich mit dem kleinen Drachen namens Tabaluga auf eine Suche zu begeben. Sprecher der abenteuerlichen Story war Leonard Schneider.

Die Geschichte
Tyrion, der Vater des kleinen Drachen (Daniel Schmitt) hat sich mit morgendlichen Lektionen täglich bemüht, seinen Sohn Tabaluga (Rosalie Storck) auf dem Weg zum Erwachsenwerden allerlei vernünftige und weise Belehrungen mitzugeben. Doch diese Inhalte haben Tabaluga bisher nur gelangweilt. So beschließt sein Vater, ihn auf die Reise zu schicken, die Vernunft selbst zu suchen.

Kindlicher Fröhlichkeit, Übermut und die besondere Kraft der Fantasie begleiten ihn auf seinem Drachenflug. Auf seiner Reise begegnet Tabaluga zunächst dem Mond in Gestalt eines Jungens (Mohammad Awan). Er mache die Zeit und sei die Uhr der Welt, so seine Erklärungen. Das macht Tabaluga sehr nachdenklich über die Bedeutung von seiner Zeit auf dieser Welt. Aber kurz darauf verspürt er seine tiefe Sehnsucht und Leidenschaft für das Feuerspeien wieder.

Nur wenige Augenblicke später begegnet er vielen kleinen Ameisen, die gnädig um Rücksicht bitten. Da erzählt er ihnen von dem Inhalt seiner Suche und die Königin der Ameisen (Cara Molter) beginnt von der Bedeutung der Arbeit zu sprechen. Dabei bieten ihr die kleinen Ameisen kräftige Unterstützung: Arbeit sei das Vernünftigste im Leben, so ihre Devise. Doch bleibt bei allen Argumenten für die Arbeit ein „MUSS-SO-SEIN" dahinter. Nach einem ersten Mittagsschlaf erwacht er vor einem Riesen (Uli Vollmer), der sich beklagt, dass alle vor ihm Angst haben; deshalb sei er so einsam.

Die Lehre kommt diesmal von einem kleinen Mädchen (Ina Vollmer). In ihrem Lied erzählt sie, dass sogar ein gefürchteter Gigant, vor dem ein ganzes Dorf Angst hat, plötzlich zerbrechlich und klein werden kann, wenn man sich mutig vor ihn hinstellt und ihm seine Meinung sagt. In einem nächsten Traum oder besser gesagt im Halbschlaf hört er den Baum (Katrin Job) hinter sich sprechen und singen. Mit seinem festen, verwurzelten Standpunkt sieht er seine Lebensaufgabe darin, Schutz zu bieten, viele kleine und größere Tiere zu bergen, den Vögeln einen guten Startflug zu ermöglichen, Schatten zu spenden und so manchen Kummer schweigend zu begleiten.

In der fünften Szene erlebt der Drache das seltene Glück der Zuneigung. Ein Feuersalamanderweibchen Vanessa Kube) kann seine große Lust, Feuer zu machen, gut verstehen. Das kleine, quirlige Wesen teilt mit ihm von Herzen diese Sehnsucht, doch erinnern sich beide rechtzeitig daran, dass es besser ist vernünftig zu sein und mit dem Feuer vorsichtig umzugehen. Sie mögen sich sehr, aber sie beobachten und bemerken doch ihre vielen Unterschiede. Trotzdem bleiben sie Freunde mit gegenseitigem Respekt vor der Andersartigkeit.


In der Kaulquappenschule

Gemeinsam besuchen sie die Kaulquappenschule. Ihr Schulmeiser, der Frosch (Julian Schneider), hat unglaublich viele „gescheite" Sprüche für seine Schützlinge „auf Lager". Aber anscheinend findet man nur in der Tiefe des Meeres mehr als Sprüche, nämlich die wirkliche Weisheit, meint ein vorbeifliegender Storch (Anna Lena Nabinger). Er will ihn zur 200 Jahre alten Meeresschildkröte führen. Sie wäre sehr weise, meint er, bei ihr könnte man sicher die echte -Vernunft finden. Auf dem Flug begleiten sie Wind und Licht. Dabei wird deutlich, wie viele begleitende Elemente es braucht, um auf der Suche weiterzukommen.


Wind und Licht begleiten Tabaluga auf der Reise

In der Meereswelt werden die zwei Reisenden dann von den fröhlichen Delphinen willkommen geheißen. Sie wissen schon, dass die beiden nach Lebensweisheiten suchen und singen im Dreivierteltakt „Wie schön es ist Delphin zu sein". Ihr Motto ist es, sich am Leben zu erfreuen, alles andere sei Quatsch. Die Walzer- und Lebensluststimmung gefällt dem kleinen Drachen. Er findet in all den Aussagen so viel Wahres. Aber was ist nun das wirklich Vernünftige? Langsam scheint Tabaluga sehr verwirrt.


Tabaluga bei der weisen Schildkröte Nessaja

Nach dem nächsten Erholungsschlaf nähert sich ihm eine wundersame Gestalt. Als Tabaluga nach ihren Augen sucht, spürt er die Wärme in deren Glanz. Sie muss es sein, die weise Schildkröte, Nessaja (Laura Veth). Endlich konnte er das finden, wonach er suchte. Doch ihre Antwort war seltsam: „Was heißt schon erwachsen sein und vernünftig? Alles was ich weiß ist, dass du jung bist und ich alt. In meinem tiefen Inneren aber bin ich ein Kind geblieben und das ist gut so. Wenn wir Träume, Wünsche und Sehnsüchte nicht mehr spüren, ist es zu spät für uns - das kann niemals heißen erwachsen zu sein."

Diese Aussage überrascht zwar den kleinen Drachen, doch plötzlich ist er ganz beruhigt und mit ihm war es wohl jeder Zuschauer. Man kann also im tiefen Herzen immer ein Kind bleiben, mit Gefühlen, Sehnsüchten, Wünschen ... und doch die vielen Lebenserfahrungen für die persönliche Weiterentwicklung sammeln, aus ihnen lernen und vor allem jeder auf seine Weise seine Lebensaufgabe erfüllen und dem anderen mit Wertschätzung begegnen. Damit schließt sich der Kreis des Lebens vom Kind zum Erwachsenen und wohl jeder unter uns ist immer wieder auf der Suche nach ....?


nach oben

von Harald König