| F r a n k e n s t e i n | 18.11.2009 |
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Gemeinde Frankenstein
weitere Bilder vom Projektstart Mit einem Viehauftrieb startete am Mittwoch, den 18.11.2009 das Frankensteiner Ziegenbeweidungsprojekt beim Burgberg unterhalb der Burg Frankenstein. Das Beweidungsprojekt versteht sich als ein Modul eines touristisch ökologischen Gesamtkonzeptes, das bereits vom Ortsgemeinderat Frankenstein einstimmig verabschiedet wurde. Als Arbeitstitel trägt es den offiziellen Namen "Förderung der Biodiversität durch Rekultivierung einer alten Schemel Kulturlandschaft am Frankensteiner Burgberg". Entwickelt wurde das Konzept von Ortsbürgermeister Eckhard Vogel.
Bei der Übergabe des Projektes lobte Vogel die gute Zusammenarbeit der vielen Behörden und Institutionen. Sein besonderer Dank galt Dr. Michael Hofmann vom Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz. "Ohne die unbürokratische Hilfe des Ministeriums und die damit verbundene finanzielle Unterstützung wäre ein solches Projekt für Frankenstein nicht zu realisieren gewesen." Sein besonderer Dank galt dem Altbürgermeister der Gemeinde Manfred Petry. Dieser hat, so Eckhard Vogel weiter in seinen Ausführungen, von Anfang an die Projektidee unterstützt und noch während seiner Amtszeit zur politischen Entscheidung gebracht. Die grundsätzlichen Vorbereitungen des Beweidungsprojektes hatte das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLZ) - Westpfalz mit seinen Mitarbeitern getroffen. Sie haben die Pachtverträge vorbereitet und die Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern geführt. Dank sagte Vogel auch dem Forstamt Kaiserslautern und seinen Mitarbeitern, die in beratender Tätigkeit unterstützten und die Anliegen in wohlwollender Absicht behandelten. Der Verbandsgemeindeverwaltung Hochspeyer mit Bürgermeister Rung an der Spitze und all seinen Mitarbeitern, danke er für die Umsetzung der vielen Anträge. Besonderen Dank schuldete Vogel dem Landrat Rolf Künne und seinen Mitarbeitern in der Kreisverwaltung Kaiserslautern, denn durch deren fachliche Begleitung wurde jeder Berg an Vorschriften zu einem Hügel der Machbarkeiten. Dank sagte Eckhard Vogel den Projektbegleitem der Firma Fischer Nachf. für den Zaunbau, der Fima Nickel für die Erstellung des Unterstandes und schließlich der Familie Lang, den Beweidern. Zuständig beim Naturpark Pfälzerwald e.V. als wissenschaftlicher Mitarbeiter vom Fachbereich Landwirtschaft, Landespflege und Regionalvermarktung ist Helmuth Schuler, der so Vogel von der ersten Minute der Projektidee mit im Boot saß und das Beweidungsprojekt managte. Zuletzt dankte Eckhard Vogel allen Bürgern, die Ihre Flächen für dieses Projekt zur Verfügung gestellt hatten. Ohne ihr Verständnis und ihr Gefühl für nachhaltige, ökologische Wirtschaftsweisen wäre eine Realisierung unmöglich gewesen. In seinen weiteren Ausführungen schilderte Ortsbürgermeister Eckhard Vogel die aktuelle Situation der Gemeinde und das Vorhaben am Burgberg. Die Gemeinde Frankenstein ist eingebettet in die Berglandschaft des Pfälzerwaldes. Sie ist ringsum von Mischwäldern umrahmt. Leider drängt die fortschreitende Bewaldung mittlerweile stark in urbane Bereiche vor. Der landschaftlich, kulturhistorisch und ökologisch äußerst wertvolle, ehemalige Schemel und Bergweidungscharakter der Gemeinde ging verloren. Vor weniger als 100 Jahren, so belegen historische Aufnahmen, wurden diese Flächen noch landwirtschaftlich genutzt. Die Burgruinen Frankenstein und Diemerstein, sowie die ehemals malerisch hervortretenden Felsen „Heide“- und "Rabenfelsen", der alte Steinbruch "An der Kehre" und die Bundsandsteinformation "Teufelsleiter" im Westen der Ortslage sind zum Teil nicht mehr zu erblicken. Die Waldsukzession schreitet unaufhörlich fort und verändert den Ort samt seiner mikroklimatischen Gegebenheiten äußerst negativ. Wo einst Blickachsen die topografischen Besonderheiten harmonisch zu einem Gesarntbild vereinten, wächst heute dichter Wald. Selbst Flächen wie der Burgberg, die vor wenigen Jahren von dichtem Baumbewuchs befreit wurden, sind mittlerweile wieder von Großsträuchern und Bäumen bewachsen. Ohne entscheidende und nachhaltige Konzepte wird der Liebreiz der Landschaft und damit auch sein ökonomischer touristischer Wert, , langfristig verloren gehen.
Historische Schemelwirtschaft Planung Ziel der Maßnahme ist es einer weiteren Sukzession entgegen zu treten. In der ersten Phase wird dies durch Ziegen, in späterer Zeit vielleicht auch durch Schafe oder andere Rauhfutterfresser erfolgen. Ziegenhaltung ohne entsprechende Infrastruktur ist nicht möglich. Deshalb musste neben einem Weidezaun auch ein Unterstand für die Tiere bereitgestellt werden in dein auch in begrenztem Maße Heu oder Stroh gelagert werden kann. Die Wasserversorgung vom Schulgebäude aus, ist ebenfalls gesichert.
Hütekonditionen in Form von Verträgen wurden mit den Ehepaar Andreas und Marianne Lang als Tierhalter abgestimmt. Zur Beweidung sollen zu einem späteren Zeitpunkt vorzugsweise Burenziegen eingesetzt werden. Aus Artenschutzgründen können s auch vom Aussterben bedrohte Ziegenrassen Verwendung finden. Wildziegenrassen sind ebenfalls auf ihre Haltungswürdigkeit zu überprüfen. Empfehlungen und Richtlinien zur Besatzdichte werden dabei beachtet. Auch eine spätere, gemischte Haltung von Ziegen, Schafen, ggf. auch leichten Rinder oder Pferderassen ist ausdrücklich erwünscht, muss aber vorher mit der Gemeinde und der Unteren Landespflegebehörde abgestimmt werden. Eckhard Vogel bezeichnete den Projektstart als Initialzündung für weitere, ökologische und ökonomisch touristische Realisierungsvorhaben, und er glaubt damit auf einem guten Weg zu sein. Die dargebotene Chance des kleinen Dorfes gilt es für Vogel so weiter zu entwickeln, dass man mit den vorhandenen Ressourcen vorbildlich umzugehen lernt und anderen Gemeinden im Pfälzerwald auch eines Tages beratend zur Seite stehen kann.
von Harald König
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