F r a n k e n s t e i n 12.07.2010


Es rollt beim Lauftreff Schliertal

300 Kilometer und 6.500 Höhenmeter – nicht gerade viel für eine Fahrt mit dem Auto. Mit dem Fahrrad ist es schon eine Herausforderung. Zehn Mitglieder des Lauftreffs Schliertal (die Teilnehmer kommen aus Frankenstein und Göllheim) wagten diesen Versuch. Vom Tegernsee bis nach Wolkenstein in den Dolomiten sollte es gehen. Alles selbst organisiert.

Pünktlich zum Start am Tegernsee öffnete der Himmel seine Schleusen und nach wenigen Metern waren die Biker nass bis auf die Haut. Trotzdem wurde weiter gekurbelt. Über Monialm, Valepp, Erzherzog-Johann-Klause erreichte man, mittlerweile hatte der Regen aufgehört, das Etappenziel Fügen im Zillertal. Am nächsten Tag war das Wetter besser, die Sonne zeigt sich und an der Ziller entlang ging es in die Berge nach Ginzling. Bei schönstem Wetter begann die erste richtige Bergetappe. War der Aufstieg zum Schlegeis-Speicher noch moderat, gestaltete sich die Überquerung des Pfitscher-Joches in knapp 2300m Höhe als echte Herausforderung. Verblockte Pfade, Steigungen über 30%, tiefe Schotterpassagen verlangten Technik und Kondition und zwangen zu einigen Schiebepassagen.

Ein herrliches Bergpanorama, schönes Wetter, ein hervorragendes Nudelgericht und natürlich der Stolz, dieses Hindernis überwunden zu haben, entlohnten die Radler. Die anschließende Abfahrt nach Sterzing verflog wie im Flug, nicht selten bewegte sich die Tachonadel jenseits der 70km/h. Von Sterzing aus ging es nach St. Vigil, dem bekannten Dolomitenort in eindrucksvoller Bergkulisse Zuerst entlang der Eisack, dann durch das Pustertal näherten wir uns den „bleichen Bergen“. Die Dolomiten zeigten sich zum ersten Mal. 16 Kilomter bergauf, dabei 1000 Höhenmeter überwindend (steil, tiefer Schotter, heiß). Wir waren mitten in der Fanes, einem der schönsten Gebiete der Dolomiten.

Der letzte Tag führte uns von St. Kassian über die Pralongia mit bester Aussicht auf die Gletscher der Marmolada-Nordseite. Auf Schotter fuhren wir hinunter nach Corvara und wieder hoch zur Grödnerjoch Passhöhe. Die letzten Kilometer vom Grödnerjoch führten uns auf Asphalt hinunter nach Wolkenstein, unserem Endziel.

Einhellige Meinung aller Teilnehmer: „Im nächsten Jahr sind wir wieder dabei.“


von Heinrich Eichert