| M i t t e l p f a l z | 11.03.2010 |
Mehr Brände – weniger technische Hilfeleistungen – aber für die 44 Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises Bad Dürkheim war 2009 „außergewöhnlich ruhig“, wie Kreis-feuerwehrinspekteur Martin Lampert in Grünstadt bilanzierte. In der jährlichen Dienstbesprechung der Wehrleiter- und führer im Kreis nannte er 1.303 Einsätze, deutlich weniger als der Durchschnittswert der letzten Jahren mit ca. 1.600 Einsätzen. Dabei bestehe keinesfalls die Hoffnung, dass dies auch 2010 so bleibe: der Orkan „Xynthia“ habe die Wehren durch zahlreiche Sturmschäden schon sehr in Atem gehalten. Lambrechts Wehr am meisten beschäftigt So musste die Feuerwehren des Landkreises insgesamt 375 mal zu Bränden ausrücken, zehn Mal mehr als im Jahr zuvor. Die meisten Einsätze (246) meldet dabei die Feuerwehr Lambecht, gefolgt von Haßloch mit 205. Genau 171mal wurde die Wehr der Stadt Bad Dürkheim angefordert, 163 kommen die Feuerwehrleute der Ver-bandsgemeinde (VG) Hettenleidelheim. Die weitere Statistik: Verbandsgemeinde Deidesheim 143, Stadt Grünstadt 126, VG Freinsheim 114, VG Grünstadt-Land 84 und VG Wachenheim 46. Darüber hinaus mussten die Feuerwehren noch 120-mal bei sonstigen Ereignissen tätig werden. Lampert beklagte auch wieder 158 Fehleinsätze, oft ausgelöst durch Brandmeldeanlagen – „deutlich weniger, aber immer noch zu viel, wenn man bedenkt, dass in jedem Fall ehrenamtliche Kräfte in ihrer Freizeit oder vom Arbeitsplatz weg nutzlos ausrücken und sich in Gefahr begeben“. Zur Bewältigung der vielfältigen Aufgaben standen 169 Feuerwehrfahrzeuge zur Verfügung, neun weniger als 2008, was auf die Einführung der neuen Fahrzeuggeneration zurückzuführen sei. Diese lasse Kosteneinsparungen zu durch die Beschaffung von universell einsetzbaren Fahrzeugen, die sowohl zur Brandbekämpfung als auch für die technische Hilfe verwendet werden. Frauenquoten in den Wehren steigt. „Sattelmühle“ hat als Bildungszentrum ausgedient Die Einführung des digitalen Sprech- und Datenfunks im Land sei im Zeitplan, informierte Lampert. Mit der Vorstufe zum offiziellen Betrieb sei im südlichen Rheinland-Pfalz im 3. Quartal 2012 zu rechnen. Die ersten Handfunkgeräte sollten zu Ausbildungszwecken bereits im Haushaltsjahr 2011, die weiteren Endgeräte ab 2012 beschafft werden. Das Land fördert den Ankauf der Endgeräte, also der Handfunkgeräte sowie der Fahrzeug- und Festeinbaugeräte mit 50 % im Rahmen einer landesweiten Beschaffungsaktion, die jetzt im Januar angelaufen ist. Im Landkreis 31 Jugendfeuerwehren
„Schlagkraft durch Kameradschaft“
In ihren Dankesworten meinte Landrätin Sabine Röhl, die Schlagkraft der Feuerwehr sei nur durch ständige Übung, durch gute technische Ausstattung und durch Zu-sammenhalt und Kameradschaft innerhalb der Gruppen zu halten. Sie zeichnete 7 Feuerwehrmänner für 35 Jahre Zugehörigkeit zu einer Wehr mit dem Ehrenzeichen in Gold aus: Oberbrandmeister Bernd Rheinwald (Mecken-heim), Hauptfeuerwehrmann Gerhard Weber (Bobenheim am Berg), Löschmeister Ronald Prokle (Großkarlbach), Hauptfeuerwehrmann Reinhold Mohr (Bockenheim-Kindenheim), Wehrführer Georg Blum (Neuleiningen), Löschmeister Hans Schreiner (Carlsberg) sowie Löschmeister Wolfgang Nohl (Lambrecht). Das Goldene Abzeichen am Bande erhielt Wehrleiter Arno Bitz aus Freinsheim. Außerdem wurden die neuen Kreisausbilder bestellt. Das sind für Atemschutz Alexander Ott und Andreas Schwürzinger (beide Haßloch) und Stefan Issler (Wachenheim) sowie Thomas Wolf (Bad Dürkheim) für Funkunterricht. Verabschiedet aus der Führungsunterstützungsgruppe (FÜG) wurde Marco Haag (Wachenheim), neu in der FÜG ist Kai Bühler (Erolzheim). Hohe Ehre für Jürgen Hurrle aus Haßloch Eine besondere Ehrung des Deutschen Feuerwehrver-bandes, die höchste für Personen die nicht der Feuerwehr angehören, erfuhr der bisherige hauptamtliche Bei-geordnete der Gemeinde Haßloch, Jürgen Hurrle. Der langjährige Feuerwehrdezernent des Großdorfs versah dieses Amt 20 Jahre. Der Vorsitzende des Landesfeuer-wehrverbandes, Jürgen Güssow, hob bei der Überreichung hervor, dass Hurrle 1993 die Haßlocher Jugendwehr gegründet und stark gefördert habe, zahlreiche Jugendliche seien in die aktive Wehr übernommen worden. Seit 1998 sei die Wehr für Frauen geöffnet worden. Der Beigeordnete habe für eine moderne Ausstattung gesorgt und auch den Erhalt des Standorts nach den Wünschen der Feuerwehr gesichert. Großes Ver-dienste habe Hurrle auch bei der Brandschutzerziehung in Kindertagsstätten und Grundschulen, die ein fester Be-standteil des Unterrichts geworden seien. Erster Kreisbeigeordneter Erhard Freunscht, in dessen Geschäftsbereich die Gefahrenabwehr fällt, erinnerte an die Weiterentwicklung der Konzeption für den überört-lichen Brandschutz. In diesem Rahmen konnte 2009 ein vom Kreis beschafftes Tanklöschfahrzeug (TLF) an die Feuerwehr Grünstadt übergeben werden (Kreisanteil bei den Kosten: rund 156.000 Euro). Ein gleiches TFL soll 2010 die Stadt Bad Dürkheim erhalten. In die VG Hetten-leidelheim kam eine neue Drehleiter (Kreisförderung 83.000 Euro). Außerdem erwähnte er die neuen Fahrzeuge für den Krankentransport und die Leitenden Not-ärzte. Weitere Fahrzeuge sollen 2010 für die VG Hetten-leidelheim und die Gemeinde Haßloch (u.a. zum Einsatz auf der Autobahn) sowie für Grünstadt angeschafft werden. „Es ist das Bestreben des Kreises, die Wehren als Kernstück der zivilen Gefahrenabwehr sinnvoll und nachhaltig zu unterstützen“, sagte Freunscht. Grünstadts Bürgermeister Klaus Wagner erinnerte an das Jubiläum seiner Wehr, die in diesem Jahr 150 Jahre be-steht. Er unterstrich die gute Kooperation mit dem Land-kreis und die Zusammenarbeit mit der VG Grünstadt-Land. „Wir können mit Stolz auf die Wehren blicken“, meinte er auch zu den gerade abgeschlossenen Einsätzen beim Orkan.
Manfred Letzelter
|