L a m b r e c h t 13.07.2010

Reservistenkameradschaft Lambrecht
Dicke-Stein-Turm

Mit dem Beginn des trockenen Sommerwetters hat die Reservistenkameradschaft Lambrecht ihr zweites großes Ziel für das Jahr 2010 in Angriff genommen. Es war beabsichtigt, dem Lambrechter Wahrzeichen, dem Aussichtsturm „Dicker Stein“ hoch über Lambrecht einen neuen Schutzanstrich aufzutragen. Zum ersten Arbeitseinsatz am Dienstag, 13. Juli, hatten sich die freiwilligen Helfer einen der heißesten Tage des Jahres ausgesucht. Es war kein >Zuckerschlecken<, bei über 35 Grad im Schatten in der prallen Sonne zu stehen und fleißig die Pinsel über etliche Stunden zu schwingen. Noch ein weiterer Einsatz an einem trockenen Vormittag im August und der Turm erstrahlt vollständig in neuem Glanz. Dabei war das nicht der erste Einsatz für den Holz-Aussichtsturm, denn hier hat die RK Lambrecht sich sozusagen ein kleines Denkmal in ihrer gut 25jährigen Vereinsgeschichte gesetzt.

Im März 1996 hatte die RK beschlossen, den baufälligen und maroden Turm zu renovieren und hatte dabei eigentlich auf die Mithilfe der Speyerer Pioniere gehofft. Doch der Lambrechter Bürgermeister Michael Stöhr, der Vorsitzende Bruno Koppenhöfer und sein Stellvertreter Detlef Bork erhielten damals eine Absage, weil alle Holz verarbeitende Geräte nach Bosnien gebracht worden waren, die angebotene Sprengung des Turmes, um für einen Neubau eine freie Fläche zu haben, wurde aus Kostengründen abgelehnt. Dank der guten Beziehungen von Detlef Bork zum Technischen Hilfswerk Ludwigshafen war es gelungen, das THW zur Mithilfe zu bewegen. Allerdings wussten die Verantwortlichen des THW Ludwigshafen nicht, was auf sie zukommen würde, denn sie hatten bei der Zusage den maroden Turm noch nicht gesehen, es war die Rede von „ein paar Balken“ auszutauschen. Aber es war keine leichte Aufgabe, den Turm wieder begehbar zu machen. Viele Hürden waren zu nehmen, so musste vom Fahrweg oberhalb des Turmes zuerst eine Sandsteintreppe gebaut werden, damit man das benötigte Baumaterial, vom Holz über Kies, Beton und Wasser, überhaupt zum unterhalb gelegenen Turm bringen konnte.

Und als am 26. April 1977 die Renovierungsarbeiten mit einem kleinen Feuerwerk abgeschlossen wurden, hatten die Helfer vom THW Ludwigshafen und der Lambrechter Reservistenkameradschaft weit über 2500 freiwillige Arbeitsstunden geleistet. Die Fertigstellung wurde am 24. und 25. Mai 1977 mit einem zünftigen Turmfest gefeiert.

Doch auch nach der Renovierung ging die Arbeit nicht aus. Reinigungseinsätze, Ausbesserungsarbeiten nach vandalistischen Attacken, Ausbesserungsarbeiten bei den Wanderpfaden zum Turm und weiteren etlichen Anstricharbeiten blieben den Lambrechter Reservisten erhalten, so dass bis zum heutigen Tag die Stundenzahl auf gut 3000 angestiegen ist. Und darauf sind die Lambrechter Reservisten mit Recht stolz, haben sie doch gezeigt, dass es sich auch lohnt, für die Allgemeinheit unentgeltlich tätig sein zum Wohle der Lambrechter Bürger und für die vielen Wanderer, die täglich den Turm besteigen, um den herrlichen Ausblick auf das kleine Tuchmacherstädtchen drunten im Tal zu genießen.


Archivfoto mittelpfalz.de

von Bruno Koppenhöfer