N e i d e n f e l s    26.07.2010  

Gemeinde Neidenfels
Kerwe aus einem Guss


Besucher auf dem Kerweplatz

weitere Bilder von der Neidenfelser Kerwe <1> <2>

Die Neidenfelser Kerwe ist jetzt „aus einem Guss“. Musste man sich früher entscheiden, gehe ich nach links zum Essen oder rechts zu den Fahrgeschäften, so wurde man dieses Jahr auf der rechten Seite von einem langen Süßwarenstand und links von der karibischen Bar der Feuerwehr empfangen und geradewegs auf den Kerweplatz auf der unteren Ebene des Neidenfelser Dorfplatzes geführt. Dort umrahmten Holzbuden und Zelte eine Freifläche, welche man mit Stehtischen bestücken kann und den kürzesten Weg zu Speis' und Trank hat, wie auch zum Bühnenprogramm. Die restlichen Kerwe-Attraktionen wurden dann direkt an den linken Rand des „Kerwe-Marktplatzes“ wie Perlen an einer Schnur aufgereiht.

Neue Platzanordnung – neues Programm ! Das Kuratorium der Vereine wagte auch hier einen Neuanfang und schnitt die meisten „alten Zöpfe“ ab.

Ortsbürgermeisterin Sybille Höchel eröffnet die Kerwe
und ihr Vorgänger Werner Lautensack unterstützt sie bei der
Ausgabe des Freibiers

Die Kerwe ist eröffnet, das Freibier fließt

So wurde dieses Jahr die Kerwe nicht ausgegraben, sondern ein Kerwebaum von den Feuerwehr-Buwe aufgestellt. Diese benötigten zwar technische Hilfe durch die Firma Glatz, damit der Baum aufgestellt werden konnte, aber für eine Premiere ist dies legitim. Man konnte beim „Kerwe-Abspann“ - hier wurden am Montag abend nach Ende des offiziellen Teils eine Diashow der Kerwe-Highlights gezeigt – sehen, dass eine Art Klapp-Scharnier notwendig war, um das Loch zu treffen und den Baum zu fixieren. Anschließend gab es Freibier für alle.


"Skip 4 fun" von der TSG Neustadt

Wesentlich leichter sah die Show der Rope-Skipping Gruppe „Skip 4 fun“ aus. Als Abteilung der TSG 1846 Neustadt zeigte die Abordnung mit überwiegend Teilnehmerinnen aus der Verbandsgemeinde, dass sie den sportlichen Vorbildern im Verein nacheifern.

Der Abend gehörte den erfolgreichen Teilnehmer/-innen des „Song-Contest Pfalz“. Silvan Regenauer (Gewinner des Contests aus Ellerstadt) musste zwar ohne seinen Duett-Partner Tobias Günther antreten, wurde dafür aber von Sophie Lackner (Weidenthal) – spielte den „Eisbrecher“ als erste Künstlerin auf der Bühne – sowie Marius Schanzenbächer (Wachenheim), Lisa Glass (Neustadt) und Esra Dereci (Lambrecht) moralisch unterstützt. Als weitere Künstler präsentierte Good Hope Music Helga Kaufmann und Joe Eric Münch, welche ebenfalls beim Casting dabei waren bzw. einen Gastauftritt hatten. Hinter Good Hope Music steckt Andrea-Christina Grambitter aus Neidenfels, welche besser unter ihrem Künstlernamen „Boa Esperanca“ bekannt ist. 2011 wird es wieder einen Songcontest Pfalz geben für den man sich schon jetzt anmelden kann. Der Samstag Abend gehörte dem Duo „Fairplay“ und dem ganz normalen Kerwebetrieb.

Dafür wurden am Sonntag die Kerwebesucher nicht mit dem Kerwe-Umzug zum Mittagesen auf die Kerwe gelockt, sondern an den Kaffeetisch, denn er startete erst um 14 Uhr. Dafür war er „süß“. Es gab leckeres Eis vom Eiscafé Venezia aus Lambrecht, eine (symbolische) Riesentorte für den Aufstieg der Neidenfelser Fußballer und Gummi-Mäuse von den „singenden Kirchenmäusen“. Die Frauen des Tanzkreises präsentierten sich als Geschenke. Dagegen fordert der Neidenfelser Mädchentreff „Mehr Mädchen an die Macht“ und die Ballsport-Mädels der TSG Neidenfels sind „Frauen für alle Fälle – mit und ohne Bälle“.

Der Rest waren eher „übliche“ Motive. Der Männerchor erinnerte an seinen griechischen Abend, die Fußballer feierten natürlich auch ihren Sieg und stellten ihre nächsten und übernächsten Nachfolger vor ? Die Jugendfeuerwehr wurde 10 Jahre alt und ist immer noch „jung, dynamisch, spritzig“. Ebenfalls in Mannschaftskleidung lief eine Abordnung der örtlichen Kindertagesstätte mit und der Pfälzerwald-Ortsverein entsandte einen Motivwagen und zwei „Nummerngirls“ zur Ankündigung der Zugnummer.

Noch bevor die Schlacht am Kuchen-Buffet losgehen konnte, berichtete die Kerwe-Queen im Ruhestand, Dagmar Herter, von den lustigen Begebenheiten des letzten Jahres aus dem Dorf. Sie ließ die Dorfpolizei wieder auferstehen und berichtete von seltsamen Fahrten im Ort. Einmal war der Fahrer nachts seltsam gekleidet, das andere Mal wurden leere Getränkekisten umgezogen, die man besser gleich zurückgegeben und nur das Pfandgeld umgezogen hätte.

Der Kerweausklang am Montag abend kam dieses Mal ohne Tränen aus, denn es war ja keine Kerwe zum beerdigen vorhanden. Statt dessen spielte das Kuratorium mit seinen Gästen „Dalli klick“. Personen des öffentlichen Dorflebens wurden in den letzten drei Tagen fotografiert und mussten geraten werden. Die weibliche Dorfjugend und die Ballmädels der TSG lieferten sich eine Rateschlacht, denn neben einem Mohrenkopf pro geratenem Bild gab es für den Gesamtsieg eine Flasche Sekt. Überraschend siegte die Jugend mit ihrer Ratefüchsin Jessica Dennerle und so musste in Bezug auf den Gesamtsieg Plan B greifen. Der Sekt ging an die zweiten Sieger und die jugendlichen Rater durften sich etwas altersgerechtes aussuchen. Zum Ausklang gab es dann noch eine Bildershow der vergangenen Kerwetage, so dass auch der seltene Kerwegast über alles informiert sein konnte.


Dagmar Herter präsentiert die Kerwerede

Die Veranstalter sind mit dem Verlauf der Kerwe zufrieden. Sybille Höchel hat überwiegend positive Rückmeldungen erhalten. Verbesserungsvorschläge wurden auch schon geäußert und können jederzeit in die Planungen der nächsten Kerwe mit eingebracht werden. Das Kuratorium ist für jede Anregung dankbar. So wird man sich sicher über die Beschallung des Platzes Gedanken machen müssen. Wie kann man sicherstellen, dass auch im Festzelt ganz hinten verstanden wird, was vorne auf der Bühne läuft ? Erste Gespräche innerhalb des Kuratoriums und mit den Schaustellern wurden schon geführt, so dass die Kerwe nächstes Jahr noch besser werden kann.


von Ewald Metzger