W e i d e n t h a l 23.02.2010

Gemeinde Weidenthal

Lebensqualität in der Weißenbachstraße durch zunehmende Bewaldung stark beeinträchtigt
Dialog Betroffener und Grundstückseigentümer in Bürgerversammlung angestoßen

 

Rund um Weidenthal drängt der Wald immer weiter in Richtung der Wohngebiete vor, ohne dabei auf nennenswerten Widerstand zu stoßen. Auch prägen mächtige Nadelbäume im Ortskern schon seit Jahren das Dorfbild, obwohl sie dort eigentlich nicht hingehören. Wo noch vor 50 Jahren Felder und Wiesen an den Hängen und auf den Höhen eine weite Sicht aus dem Tal hinauf zum Himmel garantierte, schränken heute mächtige Bäume die Lebensqualität der Weidenthaler Bürger immer weiter ein.

Besonders betroffen sind dabei die Anwohner der Weißenbachstraße. In den letzten Jahren haben dort die Beeinträchtigungen durch die Beschattung von zwischenzeitlich immer größer werdenden Bäumen spürbar zugenommen. Dies wurde von Bürgern der betroffenen Straße immer wieder bei der Gemeindespitze beklagt.

Daher lud der für den Wald zuständige Ortsbeigeordnete Ralf Kretner, am 23.02.2010 alle Anwohner der Weißenbachstraße zu einer Bürgerversammlung in die Sporthalle ein. Neben zahlreich erschienenen Anwohnern konnte der Beigeordnete auch Ortsbürgermeister Bernhard Groborz, den zuständigen Revierförster Hubert Stuhlfauth und interessierte Rats- und Ausschussmitglieder begrüßen.

Im Rahmen der Versammlung wurden zunächst die Beschwerden und Klagen der betroffenen Anwohner gesammelt. Dabei handelte es sich überwiegend um Beeinträchtigungen beim Fernsehempfang oder Einbußen an Lebensqualität durch übermäßige Beschattung des eigenen Grundstückes bzw. Wohnhauses. 10 Personen gaben in der Versammlung an, dass an ihren Häusern kein Satellitenempfang mehr möglich ist.

Viele an der Hangseite der Weißenbachstraße gelegene Privatgrundstücke sind mittlerweile stark bewaldet. Die Bäume werden immer größer und die Grundstücksbesitzer sehen sich meist außer Stande, die Bäume zu fällen. An die bewaldeten Privatgrundstücke schließt sich der Gemeindewald an. Kretner betonte, dass zuerst die störenden Bäume auf den Privatgrundstücken gefällt werden sollen, dann kann bei Bedarf über Bäume des Gemeindewaldes gesprochen werden. Kahlschläge im Gemeindewald wird es aber auf keinen Fall geben!

Die Gemeinde sieht sich in der Angelegenheit als Moderator zwischen den betroffenen Bürgern und den Grundstücksbesitzern. Dabei betonte Ralf Kretner, dass die Aktion in der Weißenbachstraße nicht verglichen werden darf mit der Maßnahme am Julius-Sultan-Weg. Dort lässt die Gemeinde das Buschwerk auf den Privatgrundstücken auf Gemeindekosten entfernen, um der Wildschweinplage auf diesem Areal Herr zu werden. In der Weißenbachstraße ist die Sachlage anders, denn es geht dort ausschließlich um die Entfernung von Bäumen.

Ortsbeigeordneter Ralf Kretner bewertet die Privatinitiative in der mittleren Weißenbach als beispielhaft. Dort haben sich bereits Bürger zusammengeschlossen und Maßnahmen ergriffen. Positiv ist auch die zum Teil vorhandene Gesprächsbereitschaft unter den betroffenen Parteien. Den Bedenken, dass nach der Fällung der Bäume, Gebüsch rasch nachwachsen wird und Wildschweine darin Unterschlupf finden werden, entgegnete der Ortsbeigeordnete mit mittelfristigen Maßnahmen. Hier könnte eine Einzäunung, die Pflege der Wiesen durch eine Initiative oder durch gezielte Beweidung eine Lösung sein.

In ihrer weiteren Vorgehensweise wird die Gemeinde die betroffenen Grundstücksbesitzer nun ermitteln und mit ihnen Kontakt aufnehmen. Mitte Mai sollen dann alle Anwohner der Weißenbachstraße zu einer Ortsbegehung eingeladen werden. Dort können die Probleme konkret angesprochen, besichtigt und diskutiert werden.

Geben die betroffenen Grundstücksbesitzer ihr Einverständnis zur Fällung der Bäume, kann im Herbst damit begonnen werden. Wer die Bäume fällt, wer die entstehenden Kosten trägt und wie das anfallende Holz verwertet werden kann, wird im Einzelfall geklärt werden müssen.

von Harald König